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Aktuelles

Das Bitcoin-Fieber
Informationen für Bitcoin-Anfänger

Seit etwa einem Jahr dauert der Bitcoin Hype. Viele Anleger, die sich sonst kaum für Digitalisierung und Spekulationsgeschäfte interessieren, haben für diese Form der Geldanlage eine Meinung, die auf der Facebook-Seite gepostet wird.

Viele Tausende haben sich bereits bei Bitcoin.de anmeldet, der einzigen deutschen Bitcoin-Handelsplattform. Zwei lange Listen mit Verkaufs- und Kaufwerten, jede ist sortiert nach der Höhe des Kurses, fordern dazu auf Bitcoins anzubieten oder nachzufragen.
Neue Angebote blinken gelb auf, wenn jemand sie einstellt, und sie flackern nochmal, bevor sie verschwinden, wenn sie jemand gekauft hat. Ein Nutzer bietet z.B. einen Bitcoin für 980,- €. Der Käufer kann dann warten, bis sich der Kurs erhöht und dann seinerseits eine Offerte einstellen.

Einige Antworten zu häufig gestellten Fragen:

1. Was sind Bitcoin?

Bitcoin ist der bislang erfolgreichste Versuch, eine virtuelle Währung zu schaffen, die unabhängig von Zentralbanken und Banken funktioniert. Der Erfinder der Kryptowährung Bitcoin nutzt das Pseudonym Satoshi Nakamoto und ist als Person unbekannt. Im November 2008 entwickelte er die Referenzimplementierung Bitcoin Core. Bitcoin entsteht dadurch, dass Computer komplizierte Rechenaufgaben lösen. Einmal geschürft, kann der Bitcoin als Ganzes oder in kleinsten Stückelungen elektronisch transfiert werden. Man kann also damit bezahlen oder ihn kaufen und verkaufen. Dazu braucht man einen Schlüssel, einen Zahlencode, der als Adresse funktioniert ähnlich einer E-Mail-Adresse. Bitcoin existiert also nicht physisch, sondern nur virtuell. Die korrekte Übertragung wird durch Verschlüsselungen gesichert. Dahinter steht die Technologie Blockchain. Sie funktioniert wie ein Kassenbuch, das alle Besitzerwechsel registriert und vermerkt. Die Blockchain wird dezentral von Tausenden von Computern geführt.

Wie sehen Geschäfte mit Bitcoin aus?

Grundsätzlich kann man mit Bitcoin – genau wie mit Euro – als Zahlungsmittel nutzen. Vorausgesetzt der Empfänger akzeptiert diese virtuelle Bitcoin- Währung. Genau das ist das Problem: Auch wenn einige Online-Shops oder Restaurants Bitcoins annehmen, bleibt dieses eine kleine Minderheit. Anders das sog. Darknet. Dort sind Bitcoin für zwielichtige Geschäfte die Währung der Wahl, weil Sender und Empfänger so besser anonym bleiben können. Auch Erpresser stellten derzeit gern ihre Lösegeldforderungen in Bitcoin. Inzwischen machen illegale Geschäfte aber nur noch einen Bruchteil aller Bitcoin-Transaktionen aus.
Der größte Teil dürfte Spekulanten entfallen. Das ist heute einfacher als früher. Wer größere Beträge handeln will, muss seine Identität mit einem Ausweisdokument nachweisen; in der Regel läuft das per Video-Chat und geht relativ einfach.

3. Wie teuer ist ein Bitcoin gerade?

Es ist nicht möglich einen aktuellen Kurs zu nennen – dafür schwankt der Preis des Bitcoin extrem stark. Zu Jahresbeginn 2017 kostete ein Bitcoin gerade ca.1.000,- €; auf Jahressicht hat er aber sehr zugelegt.
Kurz vor Weihnachten 2017 stand er auf 17.000,- € und ist innerhalb weniger Tage auf weniger als 11.000,- € pro Bitcoin eingebrochen. Wäre der Bitcoin eine Aktie, das dazugehörige Unternehmen hätte wohl ernsthafte Schwierigkeiten bekommen. Beim Bitcoin aber sind solche Schwankungen keine Seltenheit.
Also nichts für schwache Nerven.

4. Wie werden Bitcoin geschürft ?

Viele Tausende teilweise private Computer sind vernetzt um sämtliche Bitcoin-Transaktionen in das Kassenbuch - die Blockchain – zu registrieren.

Dafür erhalten sie ggf. neue Bitcoins (als Belohnung). Derjenige Computer bekommt Bitcoins, der als Erster ein komplexes Rechenrätsel löst. Die Arbeit der Computer ist also vergleichbar mit Goldschüfen am Klondyke. Ob und wann man auf Gold stößt bleibt daher Glückssache. Je mehr Schürfer unterwegs sind und je schneller sie suchen, desto eher könnten sie fündig werden.
Zu Beginn als die Blockchain noch recht neu war, konnte jeder Bitcoins schürfen. Die Software dazu ließ sich einfach im Netz herunterladen.
Inzwischen gibt es Unternehmen, die ganze Rechnerparks aufgebaut haben. Die Schürftrupps sind so groß und gut ausgestattet, dass sie deutlich schneller arbeiten als Privatpersonen mit ihren Heim-PCs. Das Schürfen mit dem Heim-PC wird sich daher finanziell kaum noch lohnen.

5. Bitcoin-Hype als eine Spekulationsblase?

Ja und nein, mit leichter Betonung auf Ja. Vieles spricht dafür, dass zuletzt Spekulanten den Bitcoin-Kurs getrieben haben. Anleger also, die auf steigende Kurse setzen und deswegen Bitcoin kaufen, die ihre Bitcoin aber auch schnell wieder in Euro und Dollar tauschen wollen, wenn die Kurse steigen oder fallen. Kommt es zum Abwärtstrend kann es wieder sehr schnell gehen und der Bitcoin-Kurs fällt sehr tief. Dennoch ist es unwahrscheinlich, dass der Bitcoin wieder ganz verschwindet. Die Blockchain, die dahintersteckt, ist eine Technologie, die in Zukunft viele Geschäfte vereinfachen wird. Bitcoin werden dafür womöglich noch gebraucht. Und sollte ihr Wert eines Tages nicht mehr so stark schwanken, dann eignen sie sich vielleicht sogar dazu, ein Taxi damit zu bezahlen.

Januar 2018 - ADVOTEAM