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Arbeitsrecht - Die fristlose Kündigung

Für jede fristlose (außerordentliche) Kündigung ist ein wichtiger Grund erforderlich. Die fristlose Kündigung ist daher die Ausnahme. Selten wird vor dem Arbeitsgericht die Rechtmäßigkeit der fristlosen Kündigung nach der Überprüfung bestätigt. Deshalb kündigt der Arbeitgeber/ die Arbeitgeberin meistens das Arbeitsverhältnis auch bei Vorliegen eines oder mehreren Gründen hilfsweise im Rahmen der ordentlichen Kündigungsfrist.
Oft gehen Abmahnungen voraus, die einen vorliegenden Verstoß rügen.

Auf Arbeitgeberseite kommt als wichtiger Grund für die fristlose Kündigung in Betracht:
  • beharrliche Arbeitsverweigerung, häufige Unpünktlichkeit, Vortäuschung oder Ankündigung einer Arbeitsunfähigkeit,
  • beharrlicher Verstoß gegen arbeitsvertragliche Nebenpflichten wie Missachtung von Arbeitsschutzvorschriften, Ausübung unzulässiger Nebenbeschäftigung,
  • Störung von Ordnung und Frieden im Betrieb (üble Beleidigungen von Vorgesetzten und Arbeitskollegen, provozierende politische Aktionen im Betrieb, Verbreitung ausländerfeindlicher Hetzparolen),
  • Verrat von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen,
  • Verstoß gegen das Wettbewerbsverbot,
  • Straftaten am Arbeitsplatz wie z.B. Körperverletzung, Unterschlagung, falsche Abrechnung von Auslagen, Diebstahl von Arbeitsmaterial (auch der Diebstahl von Dingen mit kleinem Wert wie: Brötchen, Schreibpapier, Schraubenzieher kann ausreichen- Einzelfallprüfung)
  • Verdachtskündigung bei konkretem Verdacht einer schwerwiegenden strafbaren Handlung
  • verhaltensbedingte Kündigung bei weniger schwerwiegendem Fehlverhalten

Der Arbeitgeber / die Arbeitgeberin muss das Vorliegen des Grundes beweisen. Bei der Verdachtskündigung reichen mitunter konkrete Anhaltspunkte.

Gründe für die fristlose Kündigung durch den Arbeitnehmer/ die Arbeitnehmerin:
  • Nichtzahlung des Arbeitslohnes oder wiederholte erheblich verspätete Zahlung (hier kann auch zunächst die Arbeitskraft zurückgehalten werden)
  • vorsätzliche oder grob fahrlässige Gefährdung von Leben und Gesundheit des Beschäftigten,
  • ständiges und erhebliches Überschreiten der Höchstarbeitszeiten,
  • Straftaten des Arbeitsgebers/ der Arbeitgeberin gegenüber dem Arbeitnehmer/ der Arbeitnehmerin.

Auch eine fristlose Kündigung durch den Arbeitnehmer/ die Arbeitnehmerin setzt grundsätzlich eine erfolglose Abmahnung voraus.

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